Flughafen Tegel schließen – Zukunft öffnen!

Es wird mal wieder heiß diskutiert in Berlin: Soll der innerstädtische Flughafen Tegel nach Inbetriebnahme des neuen Großflughafens in Schönefeld einfach weiter in Betrieb bleiben? Die FDP hat dazu einen (bewusst unverbindlichen!) Volksentscheid Tegel gestartet. Aber eine Offenhaltung  wäre nicht nur eine Zumutung für die 300.000 Lärm-Betroffenen in Berlin (insbesondere in Spandau, Reinickendorf, Pankow), sondern würde auch dem Planfeststellungsbeschluß für den BER widersprechen, sagt der SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz.

Im Planfeststellungsbeschluß ist eindeutig festgelegt (und von höchsten deutschen Gerichten bestätigt), dass Tegel spätestens ein halbes Jahr nach Inbetriebnahme des neuen Flughafens in Schönefeld geschlossen werden muss. Das hat der Spandauer SPD-Abgeordnete und umweltpolitische Sprecher Daniel Buchholz bereits im März 2013 in einem Live-Interview des rbb klar gemacht. Auch wenn er seine Haare heute deutlich kürzer trägt: Seine Aussagen sind weiterhin vollauf gültig:

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) bezieht eindeutig Position: „Zukunft und Mut hängen oft eng zusammen. Bequemlichkeit hingegen war noch nie ein guter Treiber von Innovation. Bequemlichkeit bremst. Aber Berlin steht nicht still. Berlin wächst und wir müssen mitwachsen.

Ich möchte es gar nicht leugnen: Der Flughafen Tegel ist bequem. Aber er hat ausgedient: Wir warten zu lange auf unser Gepäck oder stehen in einem überfüllten Bus auf dem Rollfeld. Wir nehmen diesen Zustand in Kauf. Für die kurzen Wege. Für unsere Bequemlichkeit. Woran wir bei der nostalgischen TXL-Liebe weniger denken, sind die 300.000 Berlinerinnen und Berliner, die täglich unter dem Lärm, dem Kerosin und der Unfallgefahr leiden.

Diesen Menschen haben wir eine Zukunft versprochen. Dieses Versprechen müssen wir einlösen. Solidarität hört eben nicht bei der Bequemlichkeit auf. Tegel wird ein Zuhause von morgen. Hier werden wir bis zu 9.000 Wohnungen bauen. 20.000 neue Arbeitsplätze werden entstehen. Tegel wird zu einem Ort, an dem man abends auf dem Balkon sitzen kann und mit offenem Fenster schläft.“

Daniel Buchholz gehört zu den Erst-UnterzeichnerInnen der überparteilichen Initiative „Tegel schliessen. Zukunft öffnen.“ Im Aufruf der Initiative zum Volksentscheid Tegel heisst es:

TEGEL SCHLIESSEN. ZUKUNFT ÖFFNEN.

Viele Berlinerinnen und Berliner fühlen sich eng mit dem Flughafen Tegel verbunden. Jedoch: Stadtflughäfen haben keine Zukunft. Auch TXL ist Geschichte, sobald der BER eröffnet. Für Berlin ist das ein Geschenk. Der alte Flughafen macht Platz für eine Zukunft, in der Berlin lebenswerter wird: für Wohnen, Bildung, Forschung und Arbeit. Über 300.000 Menschen werden vom Fluglärm befreit. Und mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall bekommt Berlin endlich einen Flughafen für die ganze Stadt – Ost und West.

ZUKUNFT ÖFFNEN – FÜR ALLE

  • Hier wird ein Gebiet von fünf Quadratkilometern für die Zukunft Berlins nutzbar. Das entspricht der halben Fläche von Wedding.
  • 9.000 neue Wohnungen werden gebaut, davon die Hälfte mit Mietpreisbindung.
  • Es wächst ein neuer Wissenschafts- und Industriestandort heran, mit Platz für die Beuth Hochschule und die Berliner Feuerwehrakademie, mit Startups und Flächen für kreative Unternehmen – mit bis zu 20.000 neuen Arbeitsplätzen.
  • Zudem entsteht ein naturnahes Erholungsgebiet, so groß wie das Tempelhofer Feld.

TXL SCHLIESSEN – FÜR MEHR SICHERHEIT UND LEBENSQUALITÄT

  • Keine 185.000 Starts und Landungen mehr über Spandau, Reinickendorf, Wedding und Pankow – mit jeweils bis zu 150.000 Liter Kerosin im Tank.
  • Die Schließung von Tegel ist ein Versprechen seit Jahrzehnten. Darauf muss Verlass sein.

STEUERZAHLERiNNEN VOR DEM NÄCHSTEN MILLIARDENGRAB SCHÜTZEN

  • Investitionen in die Sanierung des alten Flughafens Tegel, den Schallschutz und die Kosten durch einen Parallelbetrieb von zwei Flughäfen werden vermieden.
  • Der BER ist – entgegen allen anderen Behauptungen – groß genug.

Deshalb: Beim Volksentscheid „Nein“ ankreuzen!

TEGEL SCHLIESSEN. ZUKUNFT ÖFFNEN. ist eine gemeinsame Initiative von:

Bürgerinitiative „Gegen das Luftkreuz auf Stadtflughäfen“, Bürgerinitiative „Tegel endlich schließen“, Facebook-Gruppe „Danke Tegel. Es reicht!“, Berliner Mieterverein e.V, DGB Bezirk Berlin-Brandenburg, IG Metall Berlin, IG BCE Berlin-Mark Brandenburg, Zukunftswerkstatt Heinersdorf, Fluglärmschutzkommission Berlin-Tegel, BUND Berlin e.V., Grüne Liga Berlin, Caritas-Klinik Pankow, Evangelische Kirchengemeinde Alt-Pankow, Dr. Henning Thole (Bundesweiter Arbeitskreis „Ärzte gegen Fluglärm“), Harald Moritz (MdA, Bündnis 90/Die Grünen), Jörg Stroedter (MdA, SPD), Harald Wolf (MdA, DIE LINKE), Klaus-Peter von Lüdeke (ehemaliger stellv. Vorsitzender der FDP Berlin), Dr. Roman Trips-Hebert (Berlin-Reinickendorf), Nina Stahr (Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Berlin), Werner Graf (Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen Berlin), Jasmin Tabatabai (Schauspielerin, Berlin-Pankow), Prof. Dr. Monika Gross (Präsidentin Beuth Hochschule für Technik Berlin), Prof. Dr. Klaus Brake (TU Berlin), Caritas-Hospiz Pankow, Jürgen Trittin (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) Landesverband Nordost, Bundesvereinigung gegen Fluglärm e.V., Dr. Jochen Glaß (Kardiologe, Berlin-Spandau), Silke Gebel (MdA, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Berlin), Antje Kapek (MdA, Fraktions-vorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Berlin), Katina Schubert (MdA, Landesvorsitzende Die LINKE), Henry Mazatis (ehem. stellv. Vorsteher BVV Reinickendorf, SPD), Iris Spranger (MdA, stellv. Vorsitzende SPD Berlin), Renate Künast (MdB, Berlin), Özcan Mutlu (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Michael Cramer (MdEP, Bündnis 90/Die Grünen), Stefanie Remlinger (MdA, Bündnis 90/Die Grünen), Stefan Gelbhaar, (MdA, Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Steffen Prowe (Beuth Hochschule für Technik Berlin), Aleksander Dzembritzki (Vorsitzender Wander-Paddler Havel e.V.), Stefan Liebich (MdB DIE LINKE Berlin), PANKOWER FRÜCHTCHEN gGmbH, Lisa Paus (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Carola Bluhm (MdA, Fraktionsvorsitzende DIE LINKE Berlin), Udo Wolf (MdA, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE Berlin), Giovanni Ammirabile (Betriebsratsvorsitzender Vivantes), Sören Benn (Bezirksbürgermeister Berlin-Pankow), Vollrad Kuhn (Stellv. Bezirksbürgermeister Berlin-Pankow), Patrick Gläser (ehem. stellv. Vorsitzender FDP-Reinickendorf), Sybille Uken (Vorsitzende Fachausschuss Mobilität SPD Berlin), Sven Schulz (MdB SPD), Daniel Buchholz (MdA, SPD), florakiez.de. Stand: 13. 7. 2017