600 Mio Euro: Innovations-Campus Siemensstadt wird neues Berlin-Highlight

Seit dem 31.10.2018 ist es amtlich: Der Siemens-Konzern wird rund 600 Millionen Euro in den neuen Innovations-Campus Siemensstadt 2.0 investieren. Für den SPD-Abgeordneten Daniel Buchholz ein fantastische Nachricht, die den Wirtschaftsstandort Berlin international entscheidend stärkt. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller hat die Ansiedlung in Rekordzeit voran gebracht und mit den beteiligten Verwaltungen alle Hürden aus dem Weg geräumt.

Daniel Buchholz, Sprecher für Stadtentwicklung der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus und direkt gewählter Abgeordneter für die Siemensstadt: „Einfach fantastisch! Die Siemens AG wird 600 Millionen Euro in den neuen Innovations-Campus Siemensstadt investieren. Das ist die beste Nachricht seit Gründung der Siemensstadt! Der Weltkonzern kehrt zurück zu seinen Wurzeln und engagiert sich wieder umfassend in der Hauptstadt. Der Wirtschaftsstandort Berlin kann international mit einem Highlight glänzen und zeigt erneut seine Stärke bei StartUps und Innovationen.

Siemens AGAuf 70 Hektar Fläche soll in der Siemensstadt ein hochmodernes und vernetztes Stadtquartier entstehen. Mehr als eine halbe Milliarde Euro werden in StartUps und Flächen für Produktion, Forschung, Büros und Wohnungen investiert. Dazu kommt die notwendige Infrastruktur. Es wird eine der größten Einzelinvestitionen eines Industrieunternehmens in der Stadt seit 1945.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller hat sich persönlich für die Ansiedlung stark gemacht und den Innvations-Campus Siemensstadt entscheidend voran gebracht. Gemeinsam mit den Verwaltungen auf Landes- und Bezirksebene ist in Rekordzeit eine unterschriftsreife Vereinbarung erarbeitet worden.

Mit dem von mir seit mehreren Jahren geforderten Wiederaufbau der Siemens-S-Bahn wäre das Glück perfekt. Die auf benachbarten Flächen zum Innovations-Campus neu entstehenden 10.000 Wohnungen in der Wasserstadt Spandau und auf der Insel Gartenfeld wären ideal angebunden. Dafür werde ich mit weiter mit aller Kraft einsetzen.

Auf dem Innovations-Campus werden viele neue Arbeitsplätze entstehen. Das ist auch mehr als notwendig, da Siemens für die nächsten Jahre den Abbau von 700 Stellen im Berliner Dynamowerk und dem Gasturbinenwerk angekündigt hat. Ich hoffe sehr, dass gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern ein Wechsel der Beschäftigten in die neuen Bereiche ermöglicht werden kann.“


 

Pressemitteilung des Berliner Senats und der Siemens AG zum Innovations-Campus Siemensstadt vom 31.10.2018

Die Siemens AG hat sich klar zum Industriestandort Deutschland und zur Innovationsmetropole Berlin bekannt. Mit einer Investition von über 600 Millionen Euro wird das Unternehmen am traditionsreichen Standort Siemensstadt zusammen mit dem Bezirk und dem Senat einen neuen Stadtteil entwickeln, der moderne Urbanität, also die Verbindung verschiedener Nutzungen wie Arbeiten, Wohnen, Freizeitgestaltung vereint. Im Projekt werden Synergien durch das Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft entstehen, die in bestimmten, für Siemens
und Berlin wichtigen Innovationsfeldern und Schlüsseltechnologien zum Tragen kommen. Damit wird der Industriestandort gestärkt und gleichzeitig der Weg zur Smart City fortgesetzt. Die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte von Siemens in Berlin, auf einer Fläche von ca. 70 Hektar, ist ein gutes Beispiel für ein Miteinander von Wirtschaft und Politik zum Wohl der Stadt. Siemens beschäftigt rund 11.400 Mitarbeiter in Berlin.

Dazu sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD): „Die Digitalisierung verändert das gesamte Leben und Arbeiten der Menschen. Wir freuen uns sehr, dass eines der innovativsten Unternehmen, das seine Wurzeln hier in Berlin hat, eine so große Investition in den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Berlin macht, um mit uns gemeinsam Möglichkeiten und Chancen dieser Entwicklung auszuloten. Von Berlin geht damit ein deutliches Signal aus: Wirtschaftliche Modernität und soziale Verantwortung gehören zusammen und werden hier gedacht, erprobt und gelebt. Die Entscheidung des Unternehmens verstehe ich auch als Signal, dass Berlin ein innovativer Standort ist, von dem man sich Zukunftsimpulse verspricht.“

Die Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Ramona Pop (Grüne), fügte hinzu: „Berlin und Siemens sind starke und verlässliche Partner. Wir haben in den letzten Monaten erfolgreich die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Siemens in den Wirtschaftsstandort Berlin investiert. Der Einsatz hat sich gelohnt: Wir haben uns gegen die internationale Konkurrenz durchgesetzt, Siemens wird 600 Millionen Euro in den Innovations-Campus investieren. Dieses zukunftsweisende Projekt ist bedeutend für Siemens, die Siemensstadt und ganz Berlin. Unsere Stadt ist mit der boomenden Digitalwirtschaft, den internationalen Talenten und der modernen Industrie der passende Standort für den Campus“.

„Berlin hat mit Siemens auf Augenhöhe verhandelt, wir haben schnell und im Interesse unserer Stadt agiert. Es ist gut, dass Siemens das Potential Berlins sehr schätzt und wir eine Verständigung für die gemeinsame Entwicklung dieses traditionsreichen Industriestandorts und die Schaffung moderner Arbeitsplätze gefunden haben“, so Klaus Lederer, Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa (Linke).

„Das Gründungskonzept der Siemensstadt 1897 bestand darin, Arbeiten, Forschung und Wohnen zu vereinen und damit eine intakte Symbiose für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen. Auch heute müssen wir die Zukunft der Arbeit neu denken. Megatrends wie die industrielle Digitalisierung und die Urbanisierung werden fundamentale Veränderungen mit sich bringen. Arbeiten, Leben und Wohnen werden integrierter, und mit der zunehmenden Vernetzung von Menschen und Dingen entstehen neue Ökosysteme. Siemens ist Weltmarktführer und Vordenker in der Automatisierung und der industriellen Digitalisierung. Genau darum geht es uns in der Siemensstadt 2.0 – wir wollen Industrie 4.0 auch im sozio-ökonomischen Umfeld führend gestalten. Dazu gehört ein vernetztes Ökosystem mit flexiblen Arbeitsbedingungen, gesellschaftlicher Integration und bezahlbarem Wohnraum“, sagte Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG.

Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG: „Der Senat von Berlin hat in den vergangen Wochen überzeugend dargelegt, dass er ein solches Großprojekt will, und sehr gute Voraussetzungen dafür geschaffen, um die Entwicklung für beide Seiten zu einem Erfolg zu führen. Als gebürtiger Berliner freue ich mich besonders über diese Vereinbarung, da wir mit Siemensstadt 2.0 einen neuen integrativen Ansatz eines Ökosystems kreieren, wo wir Arbeiten, Forschen, Wohnen und Lernen auf einem Areal vereinen. Wir verbinden Spitzentechnologie und neue Arbeitswelten und entwickeln so einen Kiez, der Raum für Entwicklung und Fortschritt schafft. Wir greifen damit den Ursprungsgedanken von Werner von Siemens auf und tragen diese Idee in die Zukunft.“

Die heute unterzeichnete Vereinbarung sieht vor, die Siemensstadt zu einem Schwerpunktstandort mit Raum für innovative Ideen und Kreativität auszubauen. Neben dem Memorandum of Understanding zum Innovations-Campus wurde eine zweite Absichtserklärung für einen Industrie- und Wissenschaftscampus mit der Stadt Berlin, der TU Berlin, der Fraunhofer-Gesellschaft und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) unterzeichnet. Die Absichtserklärung stellt die Weichen für eine erste konkrete Maßnahme, die sowohl dezidierte Kerntechnologien als auch spezifische Anwendungsfelder im Bereich der konventionellen Kraftwerkstechnik adressiert.


 

Spandau heißt Siemens willkommen!

(Pressemitteilung Bezirksamt Spandau vom 31.10.2018) Der Bezirk Spandau begrüßt die Entscheidung von Siemens, den Innovations-Campus Siemensstadt in Spandau zu errichten.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank dazu: “Diese Entscheidung ist gut für Siemens, für Berlin und für Spandau. Damit wird die Siemensstadt wieder das, was sie einmal war: Ein Ort für Erfindergeist in Verbindung mit wirtschaftlichem Erfolg. Dafür stand und steht zukünftig wieder der Gründungsort des Weltkonzerns Siemens.

Das Bezirksamt war von Anfang an in die ressortübergreifende Arbeitsgruppe eingebunden. Es wird die Entwicklung des Innovationscampus mit großer Intensität und in ressortübergreifender Zusammenarbeit unterstützen. Dies betrifft z. B. die Entwicklung des Planungsrechtes und die Fragen der Infrastruktur. Damit setzt Spandau die Tradition der guten und intensiven Zusammenarbeit mit Siemens fort. Die Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe hat einmal mehr gezeigt: Berlin kann sehr viel mehr, als der Stadt derzeit nachgesagt wird. Der gemeinsame Wille hat zum Erfolg geführt. Dennoch: Jetzt erst beginnt die Arbeit so richtig.

Mit dem Innovationscampus erweitert sich das Entwicklungsband West noch einmal beträchtlich. In den Fragen der Infrastruktur erwartet Spandau nun vom Berliner Senat, dass die offenen Fragen des öffentlichen Personennahverkehrs für das gesamte Entwicklungsband West schnell beantwortet werden und die notwendigen Maßnahmen mit höchster Priorität vorangetrieben werden. Dazu zählen z. B. der Wiederaufbau der Siemensbahn oder eine schneller Anschluss des Innovationscampus an das zukünftige Entwicklungsgebiet Tegel. Dabei sollte im Sinne des Innovationscampus geprüft werden, ob neue zukunftsträchtige Technologien zum Einsatz kommen könnten.

Besonderes Augenmerk gilt bei allem Optimismus aber auch den vorhandenen Mieterinnen und Mietern in der Siemensstadt sowie den vorhandenen Siemensbeschäftigten. Der neue zu schaffende Wohnungsbestand sollte überwiegend in die Hand der städtischen Wohnungsunternehmen kommen. Dies ist die beste Garantie gegen Mietenwucher und Verdrängung. Aber auch alle anderen Instrumente des Miet-, Boden- und Baurechts kommen in Frage um gegen die befürchtete Verdrängung einer angestammten Mieterschaft vorzugehen. In allen Gesprächen mit Siemens haben wir darauf hingewiesen, dass auch die Sicherung der vorhandenen Arbeitsplätze für uns von großer Bedeutung ist. Insgesamt ist natürlich die Schaffung zukunftsträchtiger Produkte immer noch die beste Methode um Arbeitsplätze zu sichern. Mit dem Innovationscampus sind auch dafür nun die besten Voraussetzungen gegeben.”